Sinubronchiales Syndrom

Von der Sinusitis zur Bronchitis

Wenn sich eine Entzündung der oberen Atemwege auf die unteren Atemwege überträgt, spricht man vom sinubronchialen Syndrom. Es ist von einem ständigen Sekretfluss im Rachen gekennzeichnet, der den Infekt in die Bronchien transportiert.

Frau mit sinubronchialem Syndrom

Das sinubronchiale Syndrom zeigt sich meist durch einen hartnäckigen Reizhusten und Räusperzwang.

Entzündungen der unteren und oberen Atemwege kommen oft gemeinsam vor. Kein Zufall: Die Schleimhäute der Atemwege bilden ein zusammenhängendes System und sind untereinander verbunden. Das sinubronchiale Syndrom, bei dem sich eine Infektion von den oberen auf die unteren Atemwege überträgt, belegt diesen Zusammenhang.

Wie entsteht ein sinubronchiales Syndrom?

Ursache des sinubronchialen Syndroms können verschiedene Erkrankungen sein, die zu einem gestörten Sekretfluss in den oberen Atemwegen führen.

Die einfachste Form kennt vermutlich jeder: Ein gewöhnlicher Schnupfen verstopft die Nase und die Nebenhöhlen, das Sekret kann nicht mehr über den Nasenausgang abfließen und es bildet sich eine Schleimstraße, die den Rachen hinunterfließt. Dabei werden auch Erreger transportiert, die dann die Schleimhäute in den unteren Atemwegen befallen. Zum Schnupfen (Rhinitis, Sinusitis) hat sich nun eine Bronchitis hinzugesellt.

Neben infektiösen stehen auch allergische Ursachen wie Heuschnupfen häufig am Anfang des sinubronchialen Syndroms.

Gefahr droht, wenn die Beschwerden in den oberen Atemwegen dauerhaft sind. Dann kann sich ein chronisches Geschehen auch auf die unteren Atemwege übertragen. Dieser sogenannte „Etagenwechsel“ trifft z.B. häufig Kinder mit Heuschnupfen, von denen etwa jedes dritte Kind ein allergisches Asthma entwickelt. Auch die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist nicht selten an der Entstehung eines sinubronchialen Syndroms beteiligt.

Husten, Räuspern, Schleimfluss - Symptome des sinubronchialen Syndroms

Beim sinubronchialen Syndrom tropft Sekret, das sich im Nasenraum bildet, über Rachen und Luftröhre in die Bronchien. Dieses Phänomen, auch als Postnasal-Drip-Syndrom bekannt, macht sich für die Betroffenen durch hartnäckigen Husten und ständiges Räuspern bemerkbar.

Liegt z.B. eine Kiefernhöhlenentzündung vor, verstärkt die horizontale Körperhaltung den Schleimfluss im Rachen spürbar. Daher treten Beschwerden oft nachts auf und können zu Schlafbeschwerden führen. Weitere typische Symptome sind Heiserkeit und ein Kloßgefühl im Hals.   

Beim sinubronchialen Syndrom sind die Schleimhäute in den oberen und unteren Atemwegen gleichzeitig entzündet. Es können also die typischen Symptome der Sinusitis sowie der Bronchitis auftreten. Dazu gehören Kopf- und Brustschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Sogar Atemnot kann in schweren Fällen auftreten, z.B. wenn sich zusätzlich ein allergisches Asthma entwickelt. 

Welche Therapie hilft beim sinubronchialen Syndrom?

Ziel der Therapie des sinubronchialen Syndroms ist es, die Entzündung zu hemmen, den Schleim zu lösen und die Schleimhäute abzuschwellen. Weil der Erkrankungsherd im Nasen-Rachenraum liegt, setzen die therapeutischen Maßnahmen vor allem hier an:

  • Kortisonhaltige Nasensprays hemmen die Entzündung. Sie sollten mindestens über 3 Monate angewendet werden.
  • Antibiotika sind im Fall von starken Symptomen notwendig, um eine mögliche bakterielle Infektion zu bekämpfen.
  • Abschwellende Nasensprays können vorübergehend die Symptome lindern. Sie sollten jedoch maximal über einen Zeitraum von 8 Tagen wegen Suchtgefahr und Nebenwirkungen angewendet werden.

Schonendere Alternativen zu abschwellenden Nasensprays stehen mit der PEP-Therapie und Nasenspülungen zur Verfügung. Das physiotherapeutische Training mit PEP-Systemen wie dem RC-Cornet® N überträgt einen positiven Druck auf die oberen Atemwege. Dabei öffnen sich die Nasengänge und das Sekret kann wieder über die Nase abfließen. Besonders wirksam ist die PEP-Therapie in Verbindung mit regelmäßigen Nasenspülungen.   

Erst wenn die genannten Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung zeigen, ist an eine Operation zu denken. Sinnvoll sind operative Maßnahmen jedoch nur bei anatomischen Ursachen wie Nasenpolypen oder Engstellungen im Bereich der Nasennebenhöhlen.

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