Chronische Sinusitis – Richtig erkennen & behandeln

Viele Menschen leiden unter häufig entzündeten Nasennebenhöhlen – der chronischen Sinusitis. Die richtige Behandlung kann die Symptome jedoch dauerhaft reduzieren.

Die Nebenhöhlen der Nase
An einer chronischen Sinusitis können eine oder mehrere Nasennebenhöhlen beteiligt sein. Ursache sind meist Engstellungen im Bereich der Eingänge zu den Nebenhöhlen.

Bei einer Sinusitis ist die Schleimhaut in einer oder mehreren Nebenhöhlen der Nase entzündet. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume in den die Nase umgebenden Gesichtsknochen, die direkt mit der Nasenhöhle verbunden sind. Man unterscheidet zwischen Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und den Siebbeinzellen.

Definition: Akute vs. chronische Sinusitis

Genau wie die Nase selbst sind ihre Nebenhöhlen von innen mit einer Schleimhaut überzogen. Die Schleimhaut dient der Befeuchtung der Atemluft und dem Schutz vor Erregern. Sie kann sich genau wie die Nasenschleimhaut entzünden.

Eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen kann akut oder chronisch verlaufen:

  • Bei einer akuten Sinusitis verschwinden die Symptome spätestens nach wenigen Wochen wieder vollständig (akute Sinusitis).
  • Bei einer chronischen Sinusitis handelt es sich um eine dauerhafte, d. h. mind. 2–3 Monate anhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen. Eine chronische Sinusitis verläuft häufig schubweise und die Patienten sind selten komplett beschwerdefrei. Für die Betroffenen stellen die anhaltenden Symptome eine große Belastung dar – langwierige und komplizierte Krankheitsverläufe sind nicht selten.

Symptome: Wie erkennt man eine chronische Sinusitis?

Patienten mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung leiden unter einer permanent verstopften Nase, Schlafmangel und Kopf- bzw. Druckschmerzen vor allem im Bereich der Stirn und der Augen. Auch Zahnschmerzen können die Folge einer Kieferhöhlenentzündung sein.

Die typischen Symptome der chronischen Sinusitis sind

  • Kopfschmerzen
  • Druckgefühl im Gesicht (vor allem beim Bücken)
  • Schnupfen (mit gelblich-eitrigem Nasensekret)
  • Husten
  • eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit

Ursachen: Wie entsteht eine chronische Sinusitis?

Die Ursachen der chronischen Sinusitis sind meist anatomische Besonderheiten im Bereich der Nasennebenhöhlen: Eine verbogene Nasenscheidewand, eine große Nasenmuschel oder gutartige Schleimhautwucherungen, sogenannte Polypen, stören den Sekretfluss und die Belüftung der Nebenhöhlen. In der Folge wird die Schleimhaut anfälliger für Erreger, die sich hier festsetzen und vermehren wollen.

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung muss aber nicht immer anatomisch bedingt sein. Auch Allergien (z. B. gegen Pollen oder Hausstaubmilben) und Unverträglichkeiten (z. B. gegen Acetylsalicylsäure, kurz ASS) können die Ursache für häufig wiederkehrende Beschwerden sein.

Im Unterschied zum akuten Verlauf wird der Entstehungsprozess einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung also durch anfällige Strukturen begünstigt. Tritt bei den Betroffenen ein akuter Infekt auf, kann das langwierige Krankheitsverläufe bzw. einen heftigen Schub der Symptome nach sich ziehen.

Sinusitis-Typen: Welche Nebenhöhlen sind betroffen?

Grundsätzlich kann jede der Nasennebenhöhlen von einer Entzündung betroffen sein:

  • Sinusitis maxillaris: Kieferhöhlenentzündung
  • Sinusitis frontalis: Stirnhöhlenentzündung
  • Sinusitis ethmoidalis: Entzündung der Siebbeinzellen
  • Sinusitis sphenoidalis: Entzündung der Keilbeinhöhle
  • Pansinusitis oder Polysinusitis: gleichzeitige Entzündung aller Nasennebenhöhlen

Zudem kann man eine chronische Sinusitis hinsichtlich einer vorhandenen oder nicht-vorhandenen Polypenbildung unterscheiden. Polypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhäute. Je nach Größe können Polypen die Belüftung von Nase und Nebenhöhlen behindern und die Ansiedlung von Krankheitserregern begünstigen.

Welche Behandlung hilft bei Sinusitis?

Therapie: Welche Behandlung hilft?

Die Behandlung einer chronischen Sinusitis kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Abschwellende Nasensprays verengen die Blutgefäße und bringen vorübergehende Linderung – aber Vorsicht: Bei längerer Anwendung droht Gewöhnungsgefahr!
  • Pflegende Nasensprays, Nasenduschen oder Sole-Inhalationen sind schonendere Alternativen zu abschwellenden Nasensprays (Nasensprays bei Sinusitis).
  • Schmerzmittel mit den Wirkstoffen ACC, Ibuprofen oder Paracetamol tragen zu einer Verbesserung des Befindens bei (Medikamente bei Sinusitis).
  • Das Atemtherapiegerät RC-Cornet® PLUS NASAL löst festsitzendes Sekret im Nasenrachenraum und wirkt regenerierend auf die stark beanspruchte Schleimhaut.
  • Auch viele Hausmittel eignen sich hervorragend, um die Symptome abzumildern. Hier finden Sie die 8 besten Hausmittel bei Nasennebenhöhlenentzündungen.
  • Klingen die Symptome nach 2 Wochen nicht ab, kann im Fall eines bakteriellen Infekts die Gabe von Antibiotika bei hartnäckiger Sinusitis notwendig sein.
  • Ansonsten sind kortisonhaltige Nasensprays das Mittel der ersten Wahl.
  • Eine Operation im Bereich der Nasennebenhöhlen kann sinnvoll sein, wenn Komplikationen drohen oder immer wieder akute Infektionen auftreten.

Wird eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung nicht behandelt, kann das ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen. Von einem „Etagenwechsel“ spricht man unter Medizinern, wenn die Entzündung eine Etage nach unten wandert. Kehlkopf und Bronchien können dann in Mitleidenschaft gezogen werden. Sogar die Entstehung einer asthmatischen Erkrankung oder einer Hirnhautentzündung ist möglich.


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