Sinusitis-OP – Welche OP hilft bei Sinusitis?

Von einer Operation versprechen sich viele Sinusitis-Patienten eine schnelle Heilung. Welche Verfahren gibt es und was bringt eine OP bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung?

Sinusitis Operation

Die Krankheitsgeschichten von Patienten mit (chronischer) Sinusitis sind nicht selten langwierig und von Rückschlägen geprägt. Viele Betroffene hoffen, dass eine Operation ihren Beschwerden ein Ende bereitet.

Wann ist eine Operation bei Sinusitis sinnvoll?

Bei einer akuten Entzündung der Nasennebenhöhlen ist ein operativer Eingriff nur dann sinnvoll, wenn ernsthafte Komplikationen drohen. Das ist z. B. der Fall, wenn sich eine eitrige Entzündung auf die Augenhöhle oder die Hirnregion ausbreitet.

Bei einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen ist eine Operation auch dann sinnvoll, wenn die gängigen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind und trotzdem immer wieder akute Entzündungen auftreten. Ursache für eine solche Entwicklung können z. B. anatomische Engstellen oder Nasenpolypen sein, die den Sekretfluss und die Belüftung in den Nebenhöhlen behindern.

Operative Methoden

Ziel einer Operation bei chronischer Sinusitis ist es, den ungestörten Sekretfluss von den Nebenhöhlen in die Nase wiederherzustellen und ein Übergreifen der Entzündung auf benachbarte Regionen oder die unteren Atemwege zu verhindern. Einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen können dabei höchst unterschiedliche Ursachen und Krankheitsgeschichten zugrunde liegen. Vor einer Sinusitis-OP bzw. der Wahl einer bestimmten Methode muss daher jeder Einzelfall individuell beurteilt werden.

Folgende operative Maßnahmen können je nach Krankheitsbild zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  1. Endoskopische OP

    Die heute gängigste OP bei chronischer Sinusitis ist eine funktionelle endoskopische Operation der Nasennebenhöhlen (FESS). Dabei bedient sich der Chirurg eines Endoskops, mit dem er über die Nasenlöcher bis zum Problembereich vordringt. Hier beseitigt er Engstellen oder Störfaktoren wie Nasenpolypen, um Belüftung und Sekretfluss in den Nebenhöhlen wieder zu gewährleisten.

    • Die endoskopische OP ist gegenüber früheren Methoden schonend und fast schmerzfrei.
    • In den meisten Fällen ist ein kurzer stationärer Klinikaufenthalt von wenigen Tagen notwendig. Häufig kann die Operation auch ambulant vorgenommen werden.
    • Auch eine krumme Nasenscheidewand kann auf endoskopischem Weg begradigt werden.
  2. Ballondilatation (Sinuplastie)

    Ein alternatives Verfahren zur endoskopischen Sinusitis-OP ist die sogenannte Ballondilatation (auch: Sinuplastie). Dabei handelt es sich um eine ambulante Operation, die eher bei einfachen Fällen der chronischen Sinusitis angewendet wird. Mithilfe eines Katheters wird ein Ballon in die Nase eingeführt, der am Eingang der Nasennebenhöhlen langsam aufgeblasen wird. Verengte Öffnungen, die einen ungestörten Schleimabfluss verhindern, können so erweitert werden.

    Die Ballondilatation ist mit einer geringen Komplikationsrate verbunden. Sind vergrößerte Nasenpolypen vorhanden, ist die Ballondilatation jedoch ungeeignet. Zudem liegen noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen vor, die den langfristigen Nutzen dieser OP belegen.

  3. Lasertechnik

    Schließlich besteht noch die Möglichkeit, mittels Lasertechnik die geschwollene Schleimhaut zu verkleinern. Mithilfe einer solchen Operation soll die Schwellung der Schleimhaut im Infektionsfall verringert werden. Dadurch erhofft man sich einen gemilderten Verlauf der Infektionsphasen, weil es nicht so schnell zu Verstopfungen im Bereich der Nasennebenhöhlen kommt.

  4. Punktion und Verkleinerung der Nasenmuschel

    Die Verkleinerung der Nasenmuschel wird heute nur noch selten vorgenommen. Auch die Punktion, bei der die entzündete Nasennebenhöhle angestochen wird, um eitriges Sekret auszuspülen, wurde von neueren Methoden fast vollständig verdrängt. Sie ist relativ schmerzhaft, behebt nicht die Ursache und entlastet die Patienten nur kurzfristig.

Sinusitis-OP – Pro und Contra

Operationen im Bereich der Nasennebenhöhlen sind äußerst anspruchsvolle chirurgische Maßnahmen, die gut bedacht werden sollten. Was also spricht für und was gegen eine Sinusitis-OP?

Pro Sinusitis-OP

  • Eine Operation kann bei Sinusitis zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
  • In 80 % der Fälle bessert eine Sinusitis-OP den Gesundheitszustand der Patienten (zumindest vorübergehend).
  • Die heutigen Operationsmethoden sind schonend und ermöglichen eine schnelle Genesung.
  • Insbesondere für Patienten, bei denen die medikamentöse Sinusitis-Behandlung nicht anschlägt, stellt eine Operation oft die Voraussetzung für eine Besserung dar.

Contra Sinusitis-OP

  • In vielen Fällen kehren die Beschwerden nach einer Operation wieder. Nasenpolypen können z. B. nach einiger Zeit wieder nachwachsen.
  • Es fehlen Untersuchungen über die Langzeit-Wirkung von Operationen bei einer chronischen Sinusitis.
  • Viele Patienten klagen nach einer OP über trockene Schleimhäute.
  • In seltenen Fällen werden benachbarte Strukturen wie die Augen oder die Hirnhaut beschädigt.
  • Eine Beeinträchtigung des Riechvermögens und die Entstehung von Blutungen sind mögliche Folgen einer Operation.
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Frau sonnt sich

Fazit

Eine Operation im Bereich der Nasennebenhöhlen kann den Patienten als ein Therapiebaustein eine deutliche Linderung der Beschwerden verschaffen. Sie sollte insbesondere dann in Erwägung gezogen werden, wenn ernsthafte Komplikationen drohen oder die medikamentöse Therapie der Sinusitis keine Besserung bringt.

Eine Operation ist bei einer Nasennebenhöhlenentzündung kein Wundermittel: Der Ausgang einer Sinusitis-OP ist manchmal nur schwer vorhersagbar und eine vollständige Heilung der Symptome ist eher nicht zu erwarten. Die Patienten müssen daher auch nach einer OP weitere therapeutische Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine tägliche Nasenpflege, um die natürliche Funktion der Schleimhaut zu unterstützen.

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